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Hilfe / Einstieg

Material & Rendern

Materialien bestimmen, überschreiben und die Ansicht als Bild ausgeben

Der Viewer kann eine eingestellte Ansicht als hochaufgelöstes Bild ausgeben — mit Umgebungslicht, Sonnenschatten und Materialien, die Licht tatsächlich beantworten. Damit das etwas taugt, muss zuerst feststehen, woraus die Bauteile bestehen. Genau dafür gibt es den Material-Editor.

Darstellungsqualität

Die Qualität der 3D-Darstellung ist eine Eigenschaft der Ansicht und gilt überall — beim Orbiten, im Fly-Modus und in der Orthogonal-Ansicht. Umschalten unten rechts in der Statusleiste oder unter Einstellungen › Ansicht.

StufeWas sie einschaltetWofür
StandardNichts — der unveränderte, schnelle Weg.Arbeiten in großen Modellen
SchönUmgebungslicht, Sonnenschatten, physikalische Materialien, Verschattung in Ecken, ruhige Bildabstimmung.Präsentieren, Begehen, Screenshots
StudioWie Schön, mit feinerer Verschattung, höherer Schattenauflösung und Überabtastung im Standbild.Bildausgabe
„Standard“ bleibt exakt so schnell wie zuvor — es wird dort weder ein Material getauscht noch eine Umgebung geladen. „Schön“ und „Studio“ kosten Grafikleistung; bei sehr großen Modellen hilft es, zusätzlich die Sichtweite zu begrenzen.

Materialien bestimmen

Ansicht › Darstellung › Material öffnet ein schwebendes Fenster. Es lässt sich verschieben und in der Größe ändern; der 3D-Viewer bleibt daneben bedienbar, sodass man beim Einstellen gleichzeitig auswählen und das Ergebnis sehen kann.

Links stehen alle Materialien des Projekts, wahlweise nach Modell gruppiert. Woher die Angabe stammt, zeigt ein Punkt vor dem Namen:

Grün — gelesen
Aus der IFC-Datei: IfcRelAssociatesMaterial am Bauteil oder an seinem Typ, gegebenenfalls mit Schichtaufbau samt Dicken.
Gelb — abgeleitet
Aus einem Eigenschaftsset (etwa Revit „Structural Material“, „Baustoff“, „Werkstoff“, „Betongüte“) oder aus einer Klassifikation.
Rot — geraten
Aus Bauteilklasse oder Name erschlossen, etwa IfcReinforcingBar → Betonstahl. Diese Liste ist die Arbeitsliste.
Viele Infrastruktur-Modelle tragen überhaupt kein IfcMaterial. Eine niedrige Trefferquote ist deshalb normal und kein Fehler — die manuelle Zuweisung ist Teil der Arbeit, nicht ein Notbehelf.

Material überschreiben

1
Material wählen
Links anklicken. Rechts stehen Name, Herkunft, Anzahl der Bauteile und — sofern die Datei einen mitbringt — der Schichtaufbau mit Dicken.
2
Werkstoff prüfen
Der erkannte Werkstoff bestimmt die Voreinstellung für Glanz und Metallizität. Stimmt er nicht, hier umwidmen; Beton wird dann matt, Stahl metallisch.
3
Aussehen einstellen
Grundfarbe, Transparenz, Glanz, Metallisch, Leuchten. Die Vorschau-Kugel zeigt das Ergebnis unter derselben Umgebung wie später das Renderbild.
4
Zuordnung korrigieren
„Bauteile auswählen“ hebt alle Bauteile dieses Materials im 3D hervor. Umgekehrt ordnet „Auswahl zuordnen“ die im 3D gewählten Bauteile diesem Material zu — das sticht die automatische Erkennung.
Im Live-Viewer wirken sich Farbe und Transparenz sofort aus. Glanz, Metallizität und Leuchten sind erst ab der Darstellungsqualität „Schön“ sichtbar — vorher beantwortet der Viewer kein Licht, und ein Metall würde schwarz erscheinen. Bei zusammengefasster Geometrie (großen Modellen) überträgt sich live nur die Farbe; vollständig ist das Material erst im Renderbild.
5
Zurücksetzen
Ein einzelnes Material geht über „Auf Werkstoff-Vorgabe zurücksetzen“ zurück. Das Pfeil-Symbol oben rechts im Fenster verwirft alle Anpassungen auf einmal — eingestelltes Aussehen, umgewidmete Werkstoffe und Einzelzuordnungen. Die Rückfrage nennt vorher, wie viele es sind. Die erkannten Materialien bleiben; der Viewer zeigt danach wieder genau das, was in den Dateien steht.
Eine aktive Einfärbung (Farbgruppe, SmartView, Lens) liegt bewusst ÜBER dem Material. Wer gerade nach Bauteiltyp einfärbt, sieht die Einfärbung — die Materialien kommen zurück, sobald sie abgeschaltet ist.

Bibliothek: 100 Baustoffe

Ansicht › Darstellung › Bibliothek öffnet die Material-Bibliothek. Sie enthält 100 mitgelieferte Baustoffe in 13 Kategorien — von Sichtbeton über Cortenstahl und Lärche bis Gleisschotter — jeweils mit Farbe, Glanz, Metallizität und, wo es passt, einer Oberflächenstruktur.

Diese Baustoffe werden automatisch über die Bezeichnung im Modell zugeordnet. Die Materialerkennung sagt nur „Beton“; erst die Bibliothek unterscheidet Sichtbeton von Waschbeton — und daran hängt die Farbe.

Bezeichnung im ModellErgebnisWarum
Ortbetonwand innenOrtbetonZusammensetzung wird erkannt
Baustahl S355J2+NS355Güteangabe darf anhängen
Bettung aus GleisschotterGleisschotterder längere Begriff gewinnt vor „Schotter“
Sandwichpaneelkein Treffer„Sand“ steckt nur zufällig im Wort — verglichen wird wortweise

Was nicht sicher passt, bleibt bei der Werkstoff-Vorgabe. Ein unsicherer Treffer wäre schlimmer als keiner: er färbte das halbe Modell falsch ein.

1
Baustoff ändern
Links wählen, rechts einstellen: Name, Kategorie, Werkstoff, Struktur samt Kachelgröße in Metern, Grundfarbe, Transparenz, Glanz, Metallisch.
2
Erkennungsbegriffe pflegen
Die Begriffe unten entscheiden, worauf der Baustoff anspringt — komma-getrennt und kleingeschrieben. Wer die eigene Bauteilbenennung hier einträgt, ordnet künftige Modelle ohne Handarbeit zu.
3
Eigene Baustoffe
„Neu“ legt einen leeren an, „Duplizieren“ kopiert den gewählten als Ausgangspunkt. Mitgelieferte lassen sich nicht löschen, aber ausblenden.
4
Austauschen
Die Knöpfe oben rechts speichern die Bibliothek als .icmatlib-Datei und lesen eine ein — beim Einlesen wahlweise Ersetzen (die Datei ist die Bibliothek) oder Ergänzen (die Datei übersteuert nur, was sie enthält). Das Pfeil-Symbol stellt den mitgelieferten Stand wieder her.
Die Bibliothek gilt büroweit für alle Projekte, nicht je Projekt. Gespeichert wird nur, was Sie geändert haben — dadurch kommen spätere Verbesserungen an den mitgelieferten Baustoffen bei Ihnen an, statt unter einer eingefrorenen Kopie zu verschwinden.
Das Häkchen „Automatisch auf erkannte Materialien anwenden“ nimmt die Automatik zurück; dann gilt allein, was im Material-Fenster von Hand eingestellt ist. Was Sie dort einstellen, sticht die Bibliothek ohnehin immer.
Die Strukturen sind in der App gerechnet, keine Fotos. Sie geben Maßstab und Griffigkeit — eine fotorealistische Textur ersetzen sie nicht. Sichtbar sind sie außerdem erst ab der Darstellungsqualität „Schön“.

Rendern

Ansicht › Darstellung › Rendern öffnet den Arbeitsbereich. Gerendert wird genau die Kamera des 3D-Tabs, mit der aktuellen Sichtbarkeit, den Schnittebenen und den eingestellten Materialien — die Ansicht wird also dort eingestellt, wo man ohnehin arbeitet.

EinstellungBedeutung
FormatBildgröße von Full HD bis 4K sowie A4 in 300 dpi.
QualitätZahl der Abtastungen. Mehr Abtastungen = sauberere Kanten und weichere Schattenränder, entsprechend längere Rechenzeit.
UmgebungBewölkt, Sonnig, Abendlicht, Studio, Innenraum — bestimmt Licht, Spiegelungen und Stimmung.
Weiche SchattenStreuung der Sonne. 0° gibt harte Kanten wie an einem wolkenlosen Mittag.
BildabstimmungBelichtung, Kontrast, Weißabgleich, Vignette.

Der Lauf lässt sich jederzeit abbrechen. Fertige Bilder liegen rechts in der Galerie und werden per Knopf als PNG gespeichert. Sie bleiben nur in dieser Sitzung — was erhalten bleiben soll, herunterladen.

Materialien in die IFC zurückschreiben

Das Symbol oben rechts im Material-Fenster schreibt die gepflegten Materialien als IfcMaterial und IfcRelAssociatesMaterial in eine Kopie der Originaldatei. Die Datei bleibt dabei vollständig erhalten; ergänzt werden nur die neuen Einträge.

Ergänzen
Bauteile, die bereits ein Material tragen, bleiben unangetastet — das Modell wird vollständiger, nicht anders.
Überschreiben
Die hier gepflegte Zuordnung gewinnt; bestehende Zuordnungen der betroffenen Bauteile werden aufgelöst. Der Dialog zeigt vorher, wie viele das sind.
Die Herkunft wird als Mset_iCMaterial mitgeschrieben (Quelle, Sicherheit, Material). Ohne sie könnte beim Empfänger niemand unterscheiden, welche Materialien aus seiner Datei stammen und welche aus Name oder Bauteilklasse geraten wurden. Die Renderparameter (Glanz, Metallizität) werden bewusst NICHT geschrieben — sie sind Darstellung, kein Bauwerksdatum.